Tag: Reisen


Vom Suchen und Finden und was das mit Yoga zu tun hat

Ich bin eine Suchende. Rastlos. Ratlos. Kaum bin ich da, bin ich auch schon wieder weg. Du denkst mich zu kennen, da gebe ich mich schon wieder voller Hingabe dem nächsten Lebenswandel hin. Ich suche … das Glück, die Erfüllung, Zufriedenheit, Bedeutung, Antworten, eine Heimat. Ich suche in fernen Ländern, auf Reisen, in Jobs, Beziehungen und in der Meditation. Ich suche in Büchern, Lebensmodellen, der Astrologie, der Philosophie, in der Natur und im Yoga. Ich suche. Immer. Überall. Das ist furchtbar anstrengend und furchtbar schön. Vieles habe ich schon gefunden und vieles losgelassen. Die Idee stehenzubleiben macht mir Angst. Manchmal wird mir ganz schwindelig von dieser Suche und manchmal schwebe ich wie auf Wolken. Manchmal bin ich voller Zuversicht und manchmal zutiefst hoffnungslos. Manchmal denke ich, ich suche, weil ich nun mal eine Suchende bin und schon immer war, dass es gar nicht darum geht, etwas zu finden. Und manchmal denke ich, ich bin eine Suchende, weil ich suche, weil etwas fehlt, das ich irgendwann verloren habe.

Ich bin wieder da

… und habe einen Flug in Reihe 13 überlebt, die es normalerweise gar nicht gibt. Jetzt ist es also offiziell – ich bin ein kosmisches Kind und stehe unter dem Schutz des Universums.

Danke


Nachdem ich nun zwei Tage ausgiebig in Selbstmitleid ob meiner unausweichlichen Rückkehr nach Deutschland gebadet habe und die Melancholie selbst vor meiner Yogamatte nicht halt gemacht hat, ist mir dann heute doch mal bewusst geworden, dass man seine letzten Reisemomente auch durchaus sinnvoller verbringen kann. Ja, bisschen spät, ich weiß. Aber wenn einen das olle Selbstmitleid erstmal gepackt hat, stopft es einem ganz schnell den Kopf mit Trauerwatte aus, damit man ja nicht auf die Idee kommt, sich womöglich daran zu erinnern, dass es ja eventuell auch den ein oder anderen winzig kleinen Grund geben könnte, ein glücklicher und dankbarer Mensch zu sein anstatt ein Häufchen Elend im Orient.

„Ich hab die ganze Welt gesehen …

… von Singapur bis Aberdeen, wenn du mich fragst, wo’s am schönsten war, sag ich …“ na, jedenfalls nicht Sansibar! (Achim Reichel, Aloha Heja He)

Stay wild moon child

Und wieder bin ich am Flughafen. Es ist mein Abschied von Indien. Und es ist Vollmond. Sonne und Mond stehen sich also genau gegenüber … und wir stehen dazwischen und bewundern diese riesige, geheimnisvoll leuchtende Kugel am Himmel.

Hey, ab in den Süden! Oder: Ein bisschen Frieden


Indien ist wunderschön, aber hier und da auch ein klitzekleines bisschen, na sagen wir mal, anstrengend. Ganz Indien? Nein! Im tiefen Süden, jenseits des Großstadtchaos von Delhi oder Mumbai, in Kerala, da ist es nicht im geringsten anstrengend, sondern ausschließlich wunderschön.

Happy Yoga Reunion in Delhi

Ich nehme an, die Lungen eines jahrzehntelangen Kettenrauchers lassen sich durchaus mit denen eines Tagestouristen in Delhi vergleichen, auch wenn dieser sein Leben bislang gesund und rauchfrei in kristallklarer Bergluft verbracht hat.

This is done. Und natürlich: Neumond

„This is done.“ Mit diesem Satz pflegte unser Hatha Yogalehrer und Drill Instructor Narinda unsere 216 Aufwärm-Sonnengrüße, unterbrochen lediglich von 25 Up Dog zu Down Dog, zu beenden. Mit unbewegter Mine, völlig unbeeindruckt angesichts der schweißüberströmten, dampfenden Körper und hochroten Gesichter, die ihm da keuchend gegenüberstanden und verzweifelt versuchten langsam wieder die Atmung zu regulieren. Nach 300 Stunden Hatha, Ashtanga, Philosophie, Meditation, Pranayama und Shatkarma in Rishikesh, am Fuße des Himalaya, stets begleitet vom Rauschen des Ganges, kann ich jetzt auch sagen. „This is done.“ Und das fühlt sich verdammt gut an.

Gefunden: ungenutzter Raum im Kopf


Kaum zu fassen, wie die Zeit verfliegt. Ich stecke mitten in der Prüfungsphase für die Yogalehrerausbildung. Deshalb ist es auch ein bisschen ruhig um mich geworden. Ich wälze meine Bücher, singe permanent zur besseren Einprägung leise die wichtigsten Mantras vor mich hin, verbiege meinen Körper in alle möglichen und unmöglichen Richtungen, lerne Sanskrit und die abgefahrensten Methoden, um Körper und Geist zu reinigen, ich atme, meditiere, denke, hinterfrage, lese …

Holy Cow. Oder: Ein Aufruf zum Kühestreicheln

 
Dies ist ein Aufruf. Leute, geht Kühe streicheln! Wer jetzt denkt, Indien und die vielen Yogastunden würden mir langsam zu Kopf steigen, dem muss ich an dieser Stelle sagen: Genau so ist es. Auf jeden Fall merke ich, dass dieses Land mein Herz immer mehr öffnet, da ist dann eben auch mehr Platz für Kuhliebe.