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Yoga in Zeiten des Wandels. Oder: Einatmen – Ausatmen

Der Herbst ist geprägt von der Energie des Vata Dosha und seinen Elementen Luft und Raum. Vata steht für die Energie, die die Dinge bewegt und so ist der Herbst eine Zeit der Wandlung. Der Sommer, der uns eben noch so endlos vorkam, verabschiedet sich. Vielleicht spürst du eine leichte Melancholie und möchtest noch gar nicht ganz loslassen. Die Temperatur sinkt, die Luft wird klar. Die Farben und Gerüche verändern sich. Und nicht nur die Natur durchläuft diesen Wandel von außen nach innen, auch wir haben jetzt das Bedürfnis nach Ruhe, Achtsamkeit und Einkehr. Der bewusste Rückzug hilft uns, die Energie nach innen auszurichten und das Jahr zu reflektieren. Wir können in Frieden Abschied nehmen, von dem, was vergänglich ist, von dem, was nicht mehr zu uns passt, damit auch wir uns verändern und erneuern können.

Bergauf. Oder: Von Theorie und Praxis, Hinkelsteinen, großen Prüfungen, schönen Blumen und vom Laufen.

Ich liege auf dem Bett. Auf dem Rücken. Auf meinem dritten Augen liegt ein Rosenquarz, den eine sehr gute Freundin mir geschenkt hat. Der kleine Stein gibt alles, ist aber eben nur ein kleiner Stein und offenbar überfordert angesichts der Dunkelheit in meinem Körper, derer er sich annehmen soll. Ich denke: „Ein hinkelsteingroßer Heilstein wäre jetzt was, sozusagen ein Obelix-Rosenquarz.“ Theoretisch eine Vorstellung, die mich kurz lächeln lässt. Praktisch? Schwierig. Würde ich mit einem zentnerschweren Heilstein auf der Stirn überhaupt noch lächeln können, würde es zumindest niemand mehr sehen. Das wäre schade.

Von einer, die auszog, eine Wohnung zu finden und sich selbst fand

Ich bin gerade auf Wohnungssuche. In Hamburg. Als Selbständige. Würde ich mich mit der Lösung des Hamiltonkreisproblems oder der Quadratur des Kreises befassen (Mathe Prüfungsfach, 1 Punkt) hätte das ungefähr genauso viel Aussicht auf Erfolg. Daher wäre ich auch schon für ein bezahlbares WG-Zimmer mit mehr als sieben Quadratmetern und ohne Schimmelpilz an den sich langsam ablösenden Tapeten sehr dankbar.

Vom Suchen und Finden und was das mit Yoga zu tun hat

Ich bin eine Suchende. Rastlos. Ratlos. Kaum bin ich da, bin ich auch schon wieder weg. Du denkst mich zu kennen, da gebe ich mich schon wieder voller Hingabe dem nächsten Lebenswandel hin. Ich suche … das Glück, die Erfüllung, Zufriedenheit, Bedeutung, Antworten, eine Heimat. Ich suche in fernen Ländern, auf Reisen, in Jobs, Beziehungen und in der Meditation. Ich suche in Büchern, Lebensmodellen, der Astrologie, der Philosophie, in der Natur und im Yoga. Ich suche. Immer. Überall. Das ist furchtbar anstrengend und furchtbar schön. Vieles habe ich schon gefunden und vieles losgelassen. Die Idee stehenzubleiben macht mir Angst. Manchmal wird mir ganz schwindelig von dieser Suche und manchmal schwebe ich wie auf Wolken. Manchmal bin ich voller Zuversicht und manchmal zutiefst hoffnungslos. Manchmal denke ich, ich suche, weil ich nun mal eine Suchende bin und schon immer war, dass es gar nicht darum geht, etwas zu finden. Und manchmal denke ich, ich bin eine Suchende, weil ich suche, weil etwas fehlt, das ich irgendwann verloren habe.

Sich selbst suchen und Freiheit finden. Oder: Was ist schon ein Jahr?

Und zack, da isses – 2017. Vor uns liegt ein ganzes neues Jahr voller Möglichkeiten und Chancen, ein unbeschriebenes Blatt, das wir mit unseren Ideen und Träumen füllen können. In der Luft liegt der Zauber eines Neuanfangs und auch unsere Energie kehrt langsam aber sicher wieder zurück, zusammen mit den wieder länger werdenden Tagen.

Das Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit zum Jahresbeginn scheint uns aber nicht nur zu beflügeln, sondern auch ein wenig zu irritieren. Noch leicht benebelt vom Qualm der Silvesterböller und irgendwie ein wenig ratlos, was den nun mit diesen 365 Tagen sinnvolles anzufangen sei, tun wir einfach erstmal das, was wir immer tun: Wir schmieden einen Plan. Denn dieses Jahr kann ja nicht einfach so ziellos vor sich hinplätschern, ohne roten Faden und ohne ein klares Ziel vor Augen.

Bye Bye, Novemberblues – So bringst du Licht in die dunkle Jahreszeit

Und plötzlich ist November – Nebelschwaden, Nieselregen, Dämmerlicht. War das nicht erst gestern, als uns im Freibad die Sonne auf den Bauch schien und wir im Biergarten den Sommer und das Leben gefeiert haben? Als wir getragen von der Euphorie des Sommers bis spät in der Nacht die Sterne am klaren Himmel gezählt und den Sternschnuppen unsere Wünsche mitgegeben haben? Als es sich ganz natürlich angefühlt hat, frei und weit zu denken, weil wir Freiheit und Weite mit jedem Atemzug aufgenommen haben?

Yoga in vollen Zügen genießen. Oder: wie du rausfindest, ob dein Yoga funktioniert

Neulich habe ich ein schlaues Zitat gelesen: „The universe only gives you what you can handle.“

Wenn dem tatsächlich so ist, hält mich das Universum offenbar für Chuck Norris’ kleine Schwester. Oder es hat womöglich selbst unterschätzt, welche Strapazen mit einer Bahnfahrt einhergehen können. Kann sich auch das Universum irren? Rückblickend muss ich jedenfalls sagen, dass mich diese Erfahrung viel gelehrt hat – über mich, mein Yoga, Meditation, Menschen im Allgemeinen und die Abgründe des menschlichen Seins im Speziellen. Und das kam so …

Hey, ab in den Süden! Oder: Ein bisschen Frieden


Indien ist wunderschön, aber hier und da auch ein klitzekleines bisschen, na sagen wir mal, anstrengend. Ganz Indien? Nein! Im tiefen Süden, jenseits des Großstadtchaos von Delhi oder Mumbai, in Kerala, da ist es nicht im geringsten anstrengend, sondern ausschließlich wunderschön.

Gefunden: ungenutzter Raum im Kopf


Kaum zu fassen, wie die Zeit verfliegt. Ich stecke mitten in der Prüfungsphase für die Yogalehrerausbildung. Deshalb ist es auch ein bisschen ruhig um mich geworden. Ich wälze meine Bücher, singe permanent zur besseren Einprägung leise die wichtigsten Mantras vor mich hin, verbiege meinen Körper in alle möglichen und unmöglichen Richtungen, lerne Sanskrit und die abgefahrensten Methoden, um Körper und Geist zu reinigen, ich atme, meditiere, denke, hinterfrage, lese …

Swami liebt dich


Die Yogalehrer Ausbildung beginnt. 60 Yogis aus aller Welt sitzen aufgeregt auf ihren Meditationskissen im großen Yoga Saal und bestaunen unseren Swami Sudhiranand bei der Durchführung des traditionellen Feuerrituals. Ganz schön erleuchtet sieht er aus. Nehme mir vor ihn bei Gelegenheit zu fragen, wie er das hinbekommen hat. Vielleicht sollte ich mir auch so ein oranges Gewand zulegen (kann man hier überall kaufen). Das steigert zumindest den optischen Erleuchtungswert ungemein. Kann ja nicht schaden.