Tag: indien


Die Sache mit Yin und Yang. Oder: Mein Leben zwischen „Hari Om“ und „Mahlzeit“

Ich wollte immer schon weg. Jetzt bin ich wieder da. Fast ein Jahr ist vergangen, seit ich von diesem völlig verrückten Trip durch Mittelamerika, Südostasien, Indien und Marokko zurückgekehrt bin. Verreisen ist leicht. Zurückkehren ist schwer. Denn wie sagte schon Peter Fox: „Mein altes Leben schmeckt wie’n labbriger Toast.“

Stay wild moon child

Und wieder bin ich am Flughafen. Es ist mein Abschied von Indien. Und es ist Vollmond. Sonne und Mond stehen sich also genau gegenüber … und wir stehen dazwischen und bewundern diese riesige, geheimnisvoll leuchtende Kugel am Himmel.

Hey, ab in den Süden! Oder: Ein bisschen Frieden


Indien ist wunderschön, aber hier und da auch ein klitzekleines bisschen, na sagen wir mal, anstrengend. Ganz Indien? Nein! Im tiefen Süden, jenseits des Großstadtchaos von Delhi oder Mumbai, in Kerala, da ist es nicht im geringsten anstrengend, sondern ausschließlich wunderschön.

Happy Yoga Reunion in Delhi

Ich nehme an, die Lungen eines jahrzehntelangen Kettenrauchers lassen sich durchaus mit denen eines Tagestouristen in Delhi vergleichen, auch wenn dieser sein Leben bislang gesund und rauchfrei in kristallklarer Bergluft verbracht hat.

This is done. Und natürlich: Neumond

„This is done.“ Mit diesem Satz pflegte unser Hatha Yogalehrer und Drill Instructor Narinda unsere 216 Aufwärm-Sonnengrüße, unterbrochen lediglich von 25 Up Dog zu Down Dog, zu beenden. Mit unbewegter Mine, völlig unbeeindruckt angesichts der schweißüberströmten, dampfenden Körper und hochroten Gesichter, die ihm da keuchend gegenüberstanden und verzweifelt versuchten langsam wieder die Atmung zu regulieren. Nach 300 Stunden Hatha, Ashtanga, Philosophie, Meditation, Pranayama und Shatkarma in Rishikesh, am Fuße des Himalaya, stets begleitet vom Rauschen des Ganges, kann ich jetzt auch sagen. „This is done.“ Und das fühlt sich verdammt gut an.

Gefunden: ungenutzter Raum im Kopf


Kaum zu fassen, wie die Zeit verfliegt. Ich stecke mitten in der Prüfungsphase für die Yogalehrerausbildung. Deshalb ist es auch ein bisschen ruhig um mich geworden. Ich wälze meine Bücher, singe permanent zur besseren Einprägung leise die wichtigsten Mantras vor mich hin, verbiege meinen Körper in alle möglichen und unmöglichen Richtungen, lerne Sanskrit und die abgefahrensten Methoden, um Körper und Geist zu reinigen, ich atme, meditiere, denke, hinterfrage, lese …

Holy Cow. Oder: Ein Aufruf zum Kühestreicheln

 
Dies ist ein Aufruf. Leute, geht Kühe streicheln! Wer jetzt denkt, Indien und die vielen Yogastunden würden mir langsam zu Kopf steigen, dem muss ich an dieser Stelle sagen: Genau so ist es. Auf jeden Fall merke ich, dass dieses Land mein Herz immer mehr öffnet, da ist dann eben auch mehr Platz für Kuhliebe.

Alles, worauf es im Leben ankommt, kann ich von meinem Hund lernen

Die erste Woche der Yogalehrer Ausbildung ist um und heute haben wir einen freien Tag. Wie nicht anders zu erwarten, war ich trotzdem um 06:00 Uhr hellwach. Da das Leben in Rishikesh aber erst so gegen 10:00 Uhr beginnt, hatte ich ein bisschen Zeit die Woche gedanklich zu verarbeiten.

Swami liebt dich


Die Yogalehrer Ausbildung beginnt. 60 Yogis aus aller Welt sitzen aufgeregt auf ihren Meditationskissen im großen Yoga Saal und bestaunen unseren Swami Sudhiranand bei der Durchführung des traditionellen Feuerrituals. Ganz schön erleuchtet sieht er aus. Nehme mir vor ihn bei Gelegenheit zu fragen, wie er das hinbekommen hat. Vielleicht sollte ich mir auch so ein oranges Gewand zulegen (kann man hier überall kaufen). Das steigert zumindest den optischen Erleuchtungswert ungemein. Kann ja nicht schaden.

Delhi Belly in Rishikesh

Während der ersten zwei Tage in Indien glaubte ich noch ganz im Ernst an die Möglichkeit vom berühmt-berüchtigten Delhi Belly verschont zu bleiben, einer heftigen Magen-Darm Infektion, meist ausgelöst durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, die sich so ziemlich jeder Indien-Reisende, und sei er noch so vorsichtig, früher oder später einfängt. Schließlich hatte ich es ja auch ohne Magenprobleme durch Zentralamerika und Südostasien geschafft und das, obwohl ich meist Leitungswasser getrunken habe und auch keine ausgeprägte Paranoia gegenüber Salat, aufgeschnittenen Früchten und Eiswürfeln entwickelt hatte.