Tag: backpacking


Die Sache mit Yin und Yang. Oder: Mein Leben zwischen „Hari Om“ und „Mahlzeit“

Ich wollte immer schon weg. Jetzt bin ich wieder da. Fast ein Jahr ist vergangen, seit ich von diesem völlig verrückten Trip durch Mittelamerika, Südostasien, Indien und Marokko zurückgekehrt bin. Verreisen ist leicht. Zurückkehren ist schwer. Denn wie sagte schon Peter Fox: „Mein altes Leben schmeckt wie’n labbriger Toast.“

Ich bin wieder da

… und habe einen Flug in Reihe 13 überlebt, die es normalerweise gar nicht gibt. Jetzt ist es also offiziell – ich bin ein kosmisches Kind und stehe unter dem Schutz des Universums.

Danke


Nachdem ich nun zwei Tage ausgiebig in Selbstmitleid ob meiner unausweichlichen Rückkehr nach Deutschland gebadet habe und die Melancholie selbst vor meiner Yogamatte nicht halt gemacht hat, ist mir dann heute doch mal bewusst geworden, dass man seine letzten Reisemomente auch durchaus sinnvoller verbringen kann. Ja, bisschen spät, ich weiß. Aber wenn einen das olle Selbstmitleid erstmal gepackt hat, stopft es einem ganz schnell den Kopf mit Trauerwatte aus, damit man ja nicht auf die Idee kommt, sich womöglich daran zu erinnern, dass es ja eventuell auch den ein oder anderen winzig kleinen Grund geben könnte, ein glücklicher und dankbarer Mensch zu sein anstatt ein Häufchen Elend im Orient.

Going home 

Vor der Reise war ich ein bisschen nervös und aufgeregt, in erster Linie aber neugierig auf alles, was vor mir lag. Ich hatte ja nichts zu verlieren. Hätte mir das Reiseleben nicht gefallen, wäre ich eben einfach wieder umgekehrt. Alle Abschiede waren auf sechs Monate begrenzt, kein Grund also für dramatische Abschiedsszenen oder Heimweh.

„Ich hab die ganze Welt gesehen …

… von Singapur bis Aberdeen, wenn du mich fragst, wo’s am schönsten war, sag ich …“ na, jedenfalls nicht Sansibar! (Achim Reichel, Aloha Heja He)

Stay wild moon child

Und wieder bin ich am Flughafen. Es ist mein Abschied von Indien. Und es ist Vollmond. Sonne und Mond stehen sich also genau gegenüber … und wir stehen dazwischen und bewundern diese riesige, geheimnisvoll leuchtende Kugel am Himmel.

Hey, ab in den Süden! Oder: Ein bisschen Frieden


Indien ist wunderschön, aber hier und da auch ein klitzekleines bisschen, na sagen wir mal, anstrengend. Ganz Indien? Nein! Im tiefen Süden, jenseits des Großstadtchaos von Delhi oder Mumbai, in Kerala, da ist es nicht im geringsten anstrengend, sondern ausschließlich wunderschön.

Happy Yoga Reunion in Delhi

Ich nehme an, die Lungen eines jahrzehntelangen Kettenrauchers lassen sich durchaus mit denen eines Tagestouristen in Delhi vergleichen, auch wenn dieser sein Leben bislang gesund und rauchfrei in kristallklarer Bergluft verbracht hat.

Gefunden: ungenutzter Raum im Kopf


Kaum zu fassen, wie die Zeit verfliegt. Ich stecke mitten in der Prüfungsphase für die Yogalehrerausbildung. Deshalb ist es auch ein bisschen ruhig um mich geworden. Ich wälze meine Bücher, singe permanent zur besseren Einprägung leise die wichtigsten Mantras vor mich hin, verbiege meinen Körper in alle möglichen und unmöglichen Richtungen, lerne Sanskrit und die abgefahrensten Methoden, um Körper und Geist zu reinigen, ich atme, meditiere, denke, hinterfrage, lese …

Holy Cow. Oder: Ein Aufruf zum Kühestreicheln

 
Dies ist ein Aufruf. Leute, geht Kühe streicheln! Wer jetzt denkt, Indien und die vielen Yogastunden würden mir langsam zu Kopf steigen, dem muss ich an dieser Stelle sagen: Genau so ist es. Auf jeden Fall merke ich, dass dieses Land mein Herz immer mehr öffnet, da ist dann eben auch mehr Platz für Kuhliebe.