Category: Spirit


Bergauf. Oder: Von Theorie und Praxis, Hinkelsteinen, großen Prüfungen, schönen Blumen und vom Laufen.

Ich liege auf dem Bett. Auf dem Rücken. Auf meinem dritten Augen liegt ein Rosenquarz, den eine sehr gute Freundin mir geschenkt hat. Der kleine Stein gibt alles, ist aber eben nur ein kleiner Stein und offenbar überfordert angesichts der Dunkelheit in meinem Körper, derer er sich annehmen soll. Ich denke: „Ein hinkelsteingroßer Heilstein wäre jetzt was, sozusagen ein Obelix-Rosenquarz.“ Theoretisch eine Vorstellung, die mich kurz lächeln lässt. Praktisch? Schwierig. Würde ich mit einem zentnerschweren Heilstein auf der Stirn überhaupt noch lächeln können, würde es zumindest niemand mehr sehen. Das wäre schade.

Herbstwimpern

September. Ein neuer Mond. Eine neue Jahreszeit. Ich fühle mich nicht sehr neu. Denn das, was zu Ende gehen soll, ist noch da. Das, was bleiben soll, ist fort. Mit dem Herbstlaub fallen auch meine Wimpern. Ich sammle sie von meinem Frühstücksteller und frage mich, ob sie Wünsche erfüllen können, wenn ich sie von meinen Fingern puste. Dann hätte ich viele Wünsche frei.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter? Oder: Ishvara Pranidhana

Im Leben findet man sich ja immer mal in Situationen wieder, die einen überfordern – auf die ein oder andere Weise. Mich bringt zum Beispiel im Grunde jede Reise mit der Deutschen Bahn an die Grenzen meiner Belastbarkeit und bisweilen auch darüber hinaus. Da vergesse ich mein Yoga und übergebe die Steuerung an sehr dunkle Anteile meiner Seele, um angesichts der verheerenden Kombination aus Inkompetenz, Unfreundlichkeit und Willkür ohne posttraumatische Belastungsstörung irgendwie, irgendwo und irgendwann anzukommen.

Von einer, die auszog, eine Wohnung zu finden und sich selbst fand

Ich bin gerade auf Wohnungssuche. In Hamburg. Als Selbständige. Würde ich mich mit der Lösung des Hamiltonkreisproblems oder der Quadratur des Kreises befassen (Mathe Prüfungsfach, 1 Punkt) hätte das ungefähr genauso viel Aussicht auf Erfolg. Daher wäre ich auch schon für ein bezahlbares WG-Zimmer mit mehr als sieben Quadratmetern und ohne Schimmelpilz an den sich langsam ablösenden Tapeten sehr dankbar.

Einmal Sorgenfrei to go, bitte. Eine Expedition zu den verflixten Gründen unserer Angst

So viele Entscheidungen. So viele Optionen. So viele Konsequenzen. So viel Unsicherheit. So viel Angst. Je mehr wir uns mit uns selbst auseinanderzusetzen, desto mehr hinterfragen wir die Strukturen, in denen wir uns bewegen und finden uns in Situationen wieder, die große Entscheidungen von uns verlangen und nicht selten auch einen Richtungswechsel und einschneidende Veränderungen bedeuten. Und Veränderungen konfrontieren uns immer auch mit unseren großen und kleinen Ängsten.

Vom Suchen und Finden und was das mit Yoga zu tun hat

Ich bin eine Suchende. Rastlos. Ratlos. Kaum bin ich da, bin ich auch schon wieder weg. Du denkst mich zu kennen, da gebe ich mich schon wieder voller Hingabe dem nächsten Lebenswandel hin. Ich suche … das Glück, die Erfüllung, Zufriedenheit, Bedeutung, Antworten, eine Heimat. Ich suche in fernen Ländern, auf Reisen, in Jobs, Beziehungen und in der Meditation. Ich suche in Büchern, Lebensmodellen, der Astrologie, der Philosophie, in der Natur und im Yoga. Ich suche. Immer. Überall. Das ist furchtbar anstrengend und furchtbar schön. Vieles habe ich schon gefunden und vieles losgelassen. Die Idee stehenzubleiben macht mir Angst. Manchmal wird mir ganz schwindelig von dieser Suche und manchmal schwebe ich wie auf Wolken. Manchmal bin ich voller Zuversicht und manchmal zutiefst hoffnungslos. Manchmal denke ich, ich suche, weil ich nun mal eine Suchende bin und schon immer war, dass es gar nicht darum geht, etwas zu finden. Und manchmal denke ich, ich bin eine Suchende, weil ich suche, weil etwas fehlt, das ich irgendwann verloren habe.

Sich selbst suchen und Freiheit finden. Oder: Was ist schon ein Jahr?

Und zack, da isses – 2017. Vor uns liegt ein ganzes neues Jahr voller Möglichkeiten und Chancen, ein unbeschriebenes Blatt, das wir mit unseren Ideen und Träumen füllen können. In der Luft liegt der Zauber eines Neuanfangs und auch unsere Energie kehrt langsam aber sicher wieder zurück, zusammen mit den wieder länger werdenden Tagen.

Das Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit zum Jahresbeginn scheint uns aber nicht nur zu beflügeln, sondern auch ein wenig zu irritieren. Noch leicht benebelt vom Qualm der Silvesterböller und irgendwie ein wenig ratlos, was den nun mit diesen 365 Tagen sinnvolles anzufangen sei, tun wir einfach erstmal das, was wir immer tun: Wir schmieden einen Plan. Denn dieses Jahr kann ja nicht einfach so ziellos vor sich hinplätschern, ohne roten Faden und ohne ein klares Ziel vor Augen.

Der Grinch lässt grüßen. Von Dunkelheit und Licht zur Weihnachtszeit

Ach ja, es weihnachtet sehr. Immer mehr Fenster werden mit kitschigen Blinklichtern und Weihnachtssternen dekoriert und an jeder Ecke sprießen die Weihnachtsmärkte wie Pilze aus dem Boden, vernebeln die Luft mit einer Mischung aus gebrannten Mandeln, Bratwurst und Oh Tannenbaum. Im Fernsehen werden wir in den Werbepausen penetrant mit den absurdesten Geschenkideen bombardiert, bis wir irgendwann selbst glauben, eine elektrische Zahnbürste sei definitiv der Schlüssel zum Glück unserer Liebsten, mit denen wir derweil an einem organisatorischen Masterplan zum Besuch sämtlicher Familienmitglieder während der Weihnachtsfeiertage feilen, während wir nebenbei noch ein Dutzend Projekte mit Termindruck im Job zu Ende bringen. Es werden erste Pläne für Silvester geschmiedet, wo wir dann bitteschön trotz der 15 Raclette-Pfännchen in unserem Bauch und der lähmenden Trägheit als Souvenir der bratengeschwängerten Feiertage auf Knopfdruck ausgelassen und losgelöst feiern sollen und möglichst bloß nicht hinterfragen, was eigentlich.

Bye Bye, Novemberblues – So bringst du Licht in die dunkle Jahreszeit

Und plötzlich ist November – Nebelschwaden, Nieselregen, Dämmerlicht. War das nicht erst gestern, als uns im Freibad die Sonne auf den Bauch schien und wir im Biergarten den Sommer und das Leben gefeiert haben? Als wir getragen von der Euphorie des Sommers bis spät in der Nacht die Sterne am klaren Himmel gezählt und den Sternschnuppen unsere Wünsche mitgegeben haben? Als es sich ganz natürlich angefühlt hat, frei und weit zu denken, weil wir Freiheit und Weite mit jedem Atemzug aufgenommen haben?