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Bye Bye, Novemberblues – So bringst du Licht in die dunkle Jahreszeit

Und plötzlich ist November – Nebelschwaden, Nieselregen, Dämmerlicht. War das nicht erst gestern, als uns im Freibad die Sonne auf den Bauch schien und wir im Biergarten den Sommer und das Leben gefeiert haben? Als wir getragen von der Euphorie des Sommers bis spät in der Nacht die Sterne am klaren Himmel gezählt und den Sternschnuppen unsere Wünsche mitgegeben haben? Als es sich ganz natürlich angefühlt hat, frei und weit zu denken, weil wir Freiheit und Weite mit jedem Atemzug aufgenommen haben?

herbstJetzt hat sich die Natur um uns herum verändert, folgt dem unendlichen Kreislauf des Lebens. Und mit dieser Veränderung im Außen verändert sich auch etwas in uns. Denn der Herbst führt uns nicht nur die Vergänglichkeit der Natur, sondern auch die eigene Vergänglichkeit vor Augen. Alles kommt, alles geht – nichts bleibt für immer, nicht mal der Sommer.

Vielleicht spürst du eine gewisse Melancholie, blickst zurück auf die vergangenen Monate und resümierst das Geschehene. Welche Begegnungen und Momente haben dich geprägt und einen Stempel in deiner Seele hinterlassen? Was hast du gelernt? Wo stehst du auf deinem Weg? Was willst du Loslassen und was soll Teil deines Wandels werden?

Gedanken wie diese und die Auseinandersetzung mit unserem Innenleben sind wertvoll, sowohl für unsere persönliche als auch für unsere spirituelle Entwicklung. Denn Wandel bedeutet auch immer Wachstum. Aber dieser Prozess der Selbstreflexion kann auch ganz schön anstrengend sein, deshalb gilt es gerade in den kalten Jahreszeiten gut auf sich zu achten und immer wieder Momente zu schaffen, die dir Energie zurückgeben.

Klar, wenn es draußen nieselt und früh dunkel wird, entsteht in uns meist ganz von selbst der Wunsch, zur Ruhe zu kommen und uns zurückzuziehen. Die Herausforderung ist allerdings, dass es in unserem hektischen Alltag of gar nicht so leicht ist, sich dem natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten anzupassen. Damals, als es noch keine Indoor-Skihallen gab, die Erfindung der Flug-Mango in weiter Ferne lag und man für eine Reise in tropische Gefilde schon zur Crew von Captain Cooks Weltumsegelung gehören musste, war das Leben der Menschen viel mehr an den Jahreszeiten orientiert. Kurz: Im Sommer war man aktiv und den ganzen Tag auf den Beinen. Im Winter hingegen hat man verdammt viel zuhause rumgesessen, Socken gestopft und auf den Frühling gewartet. Heute allerdings klingelt auch im tiefsten Winter jeden Morgen der Wecker, denn deinem Chef ist es herzlich egal, ob die Sonne jetzt später auf- und früher untergeht. Dein Job, deine Familie und die Gesellschaft erwarten, dass du dich mit der gleichen Euphorie und Energie deinen Aufgaben widmest wie zu jeder anderen Jahreszeit auch. Und jetzt?

Damit du angesichts dieser evolutionären Ungerechtigkeit nicht direkt in einen selbstmitleidigen Novemberblues verfällst, habe ich drei Tipps für dich, die dir helfen, die Zeit für einen Moment anzuhalten, durchzuatmen und die Qualitäten des Herbstes in dein Leben zu integrieren.

Slow down mit Yin Yoga und Meditation

img_6627Der Sommer steht im Zeichen des Yang, ist geprägt von Dynamik, Wärme, Leichtigkeit und Schnelligkeit. Herbst und Winter hingegen stehen im Zeichen des Yin. Idealerweise kommen wir vom Außen zurück ins Innen, vom Machen ins Sein. Yin Qualitäten sind zum Beispiel Kühle, Beständigkeit und Erdung.

Unseren Tagesablauf können wir oft nicht so einfach von Yang auf Yin umstellen, unsere Yogapraxis hingegen schon. Anstatt bei einem dynamischen Vinyasa Flow dein Yang noch mal so richtig in Wallung zu bringen, ist es im Herbst und Winter besonders schön, auch mal Yin Yoga zu üben, das Außen still werden zu lassen und in den lange gehaltenen Asanas tief in dich einzutauchen. Oder du nimmst dir die Zeit regelmäßig zu meditieren. Oft reichen schon ein paar Minuten in bewusster Stille, um unser Gedankenkarussell ein wenig zu beruhigen und uns für einen Moment aus dem Trubel der Vorweihnachtszeit zu lösen. Im Internet findest du viele schöne geführte Meditationen. Gerade, wenn du noch nicht oft meditiert hast und du dich in völliger Stille anfangs vielleicht noch unwohl fühlst, ist das eine schöne Möglichkeit dich dem meditativen Aspekt von Yoga Schritt für Schritt zu nähern.

Bleib im Hier und Jetzt

„I’ve got that summertime, summertime sadness.“

Hängst du gedanklich noch im Sommer fest und schwelgst in Erinnerungen an den tollen Strandurlaub, die lauen Sommernächte und dieses unbeschwerte Lebensgefühl? Es ist völlig natürlich, das wir uns an schönen Momenten festhalten möchten und manchmal können wir aus unseren Erinnerungen auch ganz viel Kraft und Optimismus ziehen. Aber wenn wir gedanklich auf der Zeitleiste zurück wandern, ist das immer auch immer ein schmaler Grat zwischen gesunder Melancholie und destruktivem Festhalten an Vergangenem. Wenn du das Gefühl hast, dass sich dein persönlicher Jahresrückblick eher zu Letzterem entwickelt, dann hol deine Aufmerksamkeit zurück in den Moment. Anstatt dich darauf zu fokussieren was war, oder was dir fehlt, nimm dir Zeit aufzuschreiben, was bereits oder immer noch da ist und wofür du dankbar bist. Das kann zum Beispiel ein Ritual werden, bevor du abends ins Bett gehst. Und wenn du täglich aufschreibst, was dein Leben bereichert, was dir Freude bereitet und dein Herz zum Hüpfen bringt, dann kannst du dir deine Notizen auch an verregneten Novembertagen immer mal wider anschauen und dir angesichts von so viel Fülle und Glück in deinem Leben ein Lächeln auf die Lippen zaubern lassen. Bye Bye, Novemberblues.

Raus in die Natur – dein Natural Spa

outdoorWenn wir den ganzen Tag im gut beheizten Büro sitzen, trocknet das auf Dauer nicht nur unsere Haut aus, sondern kann auch dazu führen, dass wir uns müde und schlapp fühlen. Das liegt daran, dass unserem Körper Prana fehlt. Prana, also Lebensenergie, können wir zum Beispiel über unsere Nahrung aufnehmen. Laut Ayurveda, der Wissenschaft vom Leben, beinhalten vor allem frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide viel Energie. Prana nehmen wir aber auch über die Atemluft auf. Und es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass in der verbrauchten, künstlich erhitzen Büroluft nicht mehr viel Energie vorhanden sein kann. Was da hilft ist naheliegend. Geh raus in die Natur! Weder musst du einen täglichen Gewaltmarsch durch die heimischen Wälder antreten und Bäume umarmen, noch stundenlang mit dem Auto Richtung Meer fahren, um den Effekt zu spüren. Oft reicht schon ein kurzer Spaziergang nach der Mittagspause oder eine abendliche Runde um den Block, um noch mal tief durchzuatmen und den Körper mit Prana anzureichern. Wir sind quasi umgeben von einem 24/7 Natural Spa und alles was wir tun müssen, ist rausgehen und atmen.

Ich hoffe, dass dir diese Anregungen helfen, Ruhphasen in deinen Alltag zu integrieren und aus der Ruhe heraus die Energie zu schöpfen, dich in dieser Jahreszeit des Wandels dem, was dich bewegt, mit Ehrlichkeit zuzuwenden. Immer mit dem Urvertrauen das kein Gefühl, keine Stimmung von Dauer ist und der Strom des Lebens dich beständig weiter trägt … bis zum nächsten Frühling, Sommer, Herbst, Winter, …

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