November 2016


Der Grinch lässt grüßen. Von Dunkelheit und Licht zur Weihnachtszeit

Ach ja, es weihnachtet sehr. Immer mehr Fenster werden mit kitschigen Blinklichtern und Weihnachtssternen dekoriert und an jeder Ecke sprießen die Weihnachtsmärkte wie Pilze aus dem Boden, vernebeln die Luft mit einer Mischung aus gebrannten Mandeln, Bratwurst und Oh Tannenbaum. Im Fernsehen werden wir in den Werbepausen penetrant mit den absurdesten Geschenkideen bombardiert, bis wir irgendwann selbst glauben, eine elektrische Zahnbürste sei definitiv der Schlüssel zum Glück unserer Liebsten, mit denen wir derweil an einem organisatorischen Masterplan zum Besuch sämtlicher Familienmitglieder während der Weihnachtsfeiertage feilen, während wir nebenbei noch ein Dutzend Projekte mit Termindruck im Job zu Ende bringen. Es werden erste Pläne für Silvester geschmiedet, wo wir dann bitteschön trotz der 15 Raclette-Pfännchen in unserem Bauch und der lähmenden Trägheit als Souvenir der bratengeschwängerten Feiertage auf Knopfdruck ausgelassen und losgelöst feiern sollen und möglichst bloß nicht hinterfragen, was eigentlich.

Bye Bye, Novemberblues – So bringst du Licht in die dunkle Jahreszeit

Und plötzlich ist November – Nebelschwaden, Nieselregen, Dämmerlicht. War das nicht erst gestern, als uns im Freibad die Sonne auf den Bauch schien und wir im Biergarten den Sommer und das Leben gefeiert haben? Als wir getragen von der Euphorie des Sommers bis spät in der Nacht die Sterne am klaren Himmel gezählt und den Sternschnuppen unsere Wünsche mitgegeben haben? Als es sich ganz natürlich angefühlt hat, frei und weit zu denken, weil wir Freiheit und Weite mit jedem Atemzug aufgenommen haben?