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Von großen Träumen, kleinen Wundern und Avocado Toast

Wovon träumst du? Also, wovon träumst du wirklich? Was ist deine Vision, wenn du deine Logik mal außen vor lässt, deinen Erfahrungsschatz ignorierst, zum hoffnungslosen Optimisten wirst, dein Herz sprechen lässt und groß denkst – richtig groß? In einer Welt, in der alles möglich ist, in der du alles verwirklichen kannst, wie sieht da dein Leben aus?

Als Kind träumtest du noch davon zum Mond zu fliegen, Rockstar zu werden oder eine Zeitmaschine zu bauen. Und heute? Heute steigst du nicht in die Zeit- sondern in die Logik-Maschine: Zum Mond fliegen nur Astronauten, in Zukunft vielleicht noch ein paar reiche Schaichs oder russische Oligarchen. Aber du? Du bleibst lieber schön auf dem Teppich, unter den du immer fleißig deine Herzenswünsche kehrst, und bei den vermeintlichen Tatsachen. Und plötzlich träumst du nicht mehr vom Mond, sondern nur noch von der nächsten Mallorca Reise. Ist ja auch schön, aber eben nicht der Mond. Wir neigen offenbar dazu, unsere eigenen Träume klein zu machen.

Natürlich ist es toll, wenn man die kleinen Wunder des Lebens wahrnimmt und schätzt und versteht, dass diese „kleinen“ Momente in Wirklichkeit gar nicht klein sind. Nur sollte das nicht dazu führen, die große Vision aus den Augen zu verlieren.

Neulich habe ich ein Poster gesehen:

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Das fand ich irgendwie lustig. Wahrscheinlich deshalb, weil ich selbst zu den Menschen zähle, bei denen der Verzehr von Avocado Toast wahre Glückshormon-Tornados auslöst. Aber gleichzeitig hat mich das auch zum Nachdenken gebracht. Klar, Avocado Toast ist eine super Sache, aber worum geht es mir denn eigentlich? Kurz: Durch welchen Traum müsste ich „Avocado Toast“ ersetzen, um dem Spruch seine Ironie zu nehmen? Meine Antwort auf diese Frage habe ich gefunden. Wie lautet deine?

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Im Internet findet man unzählige Seiten, die einem in drei bis fünf Schritten erklären, wie man ruck-zuck seine Träume verwirklicht. Ich glaube, viel wichtiger wäre eine Anleitung, wie wir unsere wahren Träume wiederfinden können. Denn die liegen oft ganz weit unten in den Kellergewölben unserer Seele, überlagert von tausendundeiner Belanglosigkeit, von unzähligen Pseudo-Avocado-Träumen und gut geschützt vor dem Blick der Öffentlichkeit. Aber warum eigentlich?

Im Rahmen einer hoch wissenschaftlichen, küchenpsychologischen Sitzung mit mir selbst habe ich zwei Gründe identifizieren können.

Angst vor dem Scheitern

Du hast einen Traum, eine Vision, du erlaubst dir groß zu denken und hast dir vorgenommen, das Unmögliche möglich zu machen? Das ruft natürlich Kritiker auf den Plan. Dein Vorhaben wird von den einen als „naiv“ abgetan, von anderen als „größenwahnsinnig“. Obendrein fragen dich deine Eltern, warum du dich nicht einfach mal mit dem zufrieden geben kannst, was du schon hast und dein verbitterter Nachbar findet, dass du dein Leben doch bitteschön deiner Familie oder wenigstens dem Gemeinwohl verschreiben könntest, statt so einer fixen Idee hinterherzulaufen. Was den einen zu Höchstleistungen anspornt (Jetzt erst recht!) wirft bei anderen erste Zweifel auf. Denn je größer der Traum, desto größer erscheint uns auch das Risiko bei dessen Umsetzung zu scheitern und all die Kritiker und Zweifler zu bestätigen. Solche Ängste sind ein Anzeichen dafür, dass wir mit unserem Kopf schon viel zu weit in der Zukunft sind. Natürlich ist es sinnvoll zu planen und Risiken abzuwägen. Aber genauso wichtig ist es, die Aufmerksamkeit immer wieder zurück in die Gegenwart zu holen und mutig einen Fuß vor den anderen zu setzen. Zukunftsängste sind kleine Energieräuber und wenn du nicht aufpasst verstricken sie deine Gedanken im Nullkommanichts zu einem klebrigen und lähmenden Netz aus Selbstzweifeln, Sorgen und düsteren Zukunftsszenarios und dein Traum verflüchtigt sich. Also: Einatmen – Ausatmen – Weitermachen. Klar, kann was schief gehen. Genauso gut kann aber auch alles noch viel toller werden, als du es dir je vorgestellt hast. Solange du also die Zukunft noch nicht in deiner Glaskugel sehen kannst, gibt es keinen Grund für Pessimismus. Ganz im Gegenteil: Mal dir deinen Erfolg in den buntesten Farben aus, lass deine Vision so lebendig, so farbenprächtig werden, dass sie gar nicht anders kann, als sich zu manifestieren.

Das gute alte Selbstwertgefühl

Viele unserer großen Träume verbuddeln wir ganz tief in der Erde, weil wir vergessen haben, dass wir ein Recht auf Glück haben, ein Recht darauf, uns selbst zu verwirklichen und auf ein selbstbestimmtes und freies Leben. Unsere Erziehung und die Gesellschaft haben uns über die Jahre dahingehend konditioniert, dass wir zunächst mal pflichtbewusst unsere Rollen zu erfüllen haben – und das können manchmal ganz schön viele sein. Deine Rolle als Mutter oder Bruder innerhalb der Familie, deine Rolle als Freund oder Freundin in deinem sozialen Netzwerk, deine Rolle als Arbeitnehmer oder deine Rolle als Partner in deiner Beziehung. Das bringt eine Menge Anforderungen und Erwartungshaltungen mit sich. Und während du versuchst all dem gerecht zu werden, vergisst du irgendwann, dass jenseits all dieser Rollen auch noch dein Herz schlägt, in dem dein wahrer Wesenskern verborgen liegt. Und dieses Herz will und darf genährt werden. Dieses Herz hat Bedürfnisse und Wünsche, die erfüllt werden dürfen. Denn dieses Herz speist dich auch mit der Liebe und Energie, die du deinen Mitmenschen und deiner Umwelt zukommen lässt, deiner Familie, deinen Freunden, deinen Kollegen, …. Also immer daran denken: Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein und deinen Träumen zu folgen, denn Selbstliebe resultiert am Ende in Nächstenliebe.

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Und jetzt?

Jetzt buddel deine großen Träume wieder aus! Hol deine verborgendsten Wünsche wieder unter dem Teppich hervor! Finde und folge deiner Vision! Halte alles für möglich und nähere dich Schritt für Schritt deinem Glück, ohne die Bewunderung und das Staunen für all das zu verlieren, was schon da ist. Vielleicht hilft es dir ja, deine Wünsche und Visionen aufzuschreiben oder im Rahmen einer Meditation deinem Herzen einen kleinen Besuch abzustatten und auf diesem Weg herauszufinden, was deine Seele nährt.

Ganz egal welchen Weg du wählst, egal wie utopisch dir deine Idee vielleicht erscheinen mag, egal was die anderen sagen, verlier nicht den Mut! Denn das Leben, das Universum und der ganze Rest sind immer, aber auch wirklich immer für eine Überraschung gut.

„Impossible is nothing.“ (Muhammad Ali)

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