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Danke


Nachdem ich nun zwei Tage ausgiebig in Selbstmitleid ob meiner unausweichlichen Rückkehr nach Deutschland gebadet habe und die Melancholie selbst vor meiner Yogamatte nicht halt gemacht hat, ist mir dann heute doch mal bewusst geworden, dass man seine letzten Reisemomente auch durchaus sinnvoller verbringen kann. Ja, bisschen spät, ich weiß. Aber wenn einen das olle Selbstmitleid erstmal gepackt hat, stopft es einem ganz schnell den Kopf mit Trauerwatte aus, damit man ja nicht auf die Idee kommt, sich womöglich daran zu erinnern, dass es ja eventuell auch den ein oder anderen winzig kleinen Grund geben könnte, ein glücklicher und dankbarer Mensch zu sein anstatt ein Häufchen Elend im Orient.

Allerdings hatte das Selbstmitleid wohl auch nicht damit gerechnet, dass ich mich heute noch mal in die Atlantikfluten werfe und ordentlich Salzwasser durch die Nase atme und am Strand reite und mir im vollen Galopp den Wind um die Ohren wehen lasse. Da war sie nämlich plötzlich weg, die doofe Trauerwatte, und ich wieder klar im Kopf.

Man, was liegt da für ein Trip hinter mir?!

Ich habe Freundschaft mit einem Ferkel geschlossen, mit Gasmaske in einen dampfenden Vulkankrater geguckt, bin auf Berge gestiegen und durch ein Flussbett gewandert, wäre beinahe im karibischen Meer ersoffen, bin in tiefster Nacht durch den Dschungel geirrt, wurde vom wilden Affen gejagt, bin auf einem Elefanten geritten, habe dem Verkehrschaos Indiens auf einem Motorroller ohne Helm getrotzt, bin in Bangkok betrunken durchs Rotlichtviertel gelaufen, habe haarige Riesenspinnen verjagt, eine Oase gefunden, mit marokkanischen Händlern gefeilscht, den Delhi Belly überstanden, bin von philippinischen Klippen gesprungen, habe tanzend mit verbundenen Augen am Meer meditiert, Feuerritualen beigewohnt, im Ganges gebaded, einen Wahrsager getroffen, Stinkefrucht gegessen, unter dem Sternenhimmel geschlafen, heilige Kühe gestreichelt, einen zwielichtigen und einen echten Guru getroffen, Lagerfeuer gemacht, bin über bissigen Riesenmuscheln geschnorchelt, habe einen nicaraguanischen Boxer gefeiert, Delphine beobachtet, an allen möglichen und unmöglichen Orten meine Yogamatte ausgerollt und mich selbst, das Universum, das Leben und den ganzen Rest ein kleines bisschen besser kennengelernt.

Und wenn ich an all diese unvergesslichen Momente denke, die für immer in meinem Herzen bleiben, und vor allem an all die großartigen Menschen, die während der Reise für mich da waren und jetzt zuhause auf mich warten, dann ist das vorherrschende Gefühl in mir nicht mehr Abschiedsschmerz und Melancholie sondern Dankbarkeit.

Danke an Mike, Ernie, Susanne, Marc, Moni, Henrike, Janis, Verena, Julian, Katja, Jasmin, Daniel, Kimberly, Marco, Rouven, Lars, Rashid, Mahesh, Vinod, Antonia, Isabel, TanTan, VanVan, Marco, João, Dodo, Elisabeth, Felix, Ingo, mein Yoga Tribe und meine Kollegen. 

Egal, ob ihr mich in Gedanken oder auf einer Reise-Etappe begleitet habt oder sogar beides – ohne euch wäre es nicht gegangen. Und ohne euch hätte ich tatsächlich einen Grund, selbstmitleidig zu sein. Aber ich habe euch ja. Und jetzt bin ich zwar traurig, dass die Reise vorbei ist, aber noch viel mehr bin ich glücklich, dass wir uns alle ganz bald wiedersehen.  

So, und jetzt muss ich mein Handtuch einpacken, denn morgen geht es wieder zurück in die Heimatgalaxie. Der letze Beitrag auf meinem Blog war das aber noch lange nicht, also bleibt dran. Ich habe große Pläne. Yalla Yalla!

Comments ( 1 )

  • Barbara says:

    Liebe Katrin,
    ich wünsche Dir eine guten Heimflug sowie
    alles Liebe und Gute für Deinen weiteren
    Lebensweg. Deine erlebnis- und erkenntnisreichen
    Berichte habe ich gern gelesen.😊
    Fröhliche Grüße 🐞

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