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This is done. Und natürlich: Neumond

„This is done.“ Mit diesem Satz pflegte unser Hatha Yogalehrer und Drill Instructor Narinda unsere 216 Aufwärm-Sonnengrüße, unterbrochen lediglich von 25 Up Dog zu Down Dog, zu beenden. Mit unbewegter Mine, völlig unbeeindruckt angesichts der schweißüberströmten, dampfenden Körper und hochroten Gesichter, die ihm da keuchend gegenüberstanden und verzweifelt versuchten langsam wieder die Atmung zu regulieren. Nach 300 Stunden Hatha, Ashtanga, Philosophie, Meditation, Pranayama und Shatkarma in Rishikesh, am Fuße des Himalaya, stets begleitet vom Rauschen des Ganges, kann ich jetzt auch sagen. „This is done.“ Und das fühlt sich verdammt gut an.

Ich bin topfit, kerngesund, voller Energie und Tatendrang und auch ein bisschen stolz. Letzteres ist natürlich keine besonders yogische Eigenschaft, aber da kann man ja später noch dran arbeiten, wenn das Gefühl erstmal voll ausgekostet ist. Auf dem Foto sind übrigens neben unserem Ashtanga Yogalehrer Vije die lediglich sechs Studenten (von ursprünglich dreizehn) zu sehen, die den Kurs tatsächlich beenden konnten. Wir hatten eine hohe krankheits-, verletzungs- und drogenkonsumbedingte Ausfallrate. Dinge, die eben so passieren, wenn ein Haufen Westler sich von heute auf morgen auf traditionelles indisches Yoga stürzt und den halben Tag im Kopfstand vertrödelt.

Hinter mir liegen fünf Wochen Yogalehrerausbildung in diesem unsagbar schönen Tempel, die sich beständig weigern, sich von mir in einem Blog Post zusammenfassen zu lassen. So viel Freude, Frust, Inspiration, neues Wissen, neue Freunde. So viel gelernt, gelacht, gezweifelt, nachgedacht. So viele neue Ideen, so viel Energie, Kühe, Affen, Dreck, Lärm, Farben, Gerüche, Schönheit, Spiritualität, Zeremonien und Verrücktheit. So oft alles verteufelt, geliebt, verändert und noch mal wieder neu erfunden. Ich fühle mich wie umgekrempelt und bin doch die Alte. Das muss ich erstmal sacken lassen.


 Und Samstag, am letzten Tag der Ausbildung, war – wie sollte es auch anders sein – Neumond. Es ist also Zeit weiterzureisen und Swamiji Tschüß zu sagen.

Liebe Erleuchtung, mach dich auf was gefasst, denn jetzt bin ich erst so richtig auf Betriebstemperatur.

The real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes, but in having new eyes. (Marcel Proust)

Und danke, Indien, für mein neues Paar Augen. Ich bin gespannt, was du noch alles mit mir vor hast.

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