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Holy Cow. Oder: Ein Aufruf zum Kühestreicheln

 
Dies ist ein Aufruf. Leute, geht Kühe streicheln! Wer jetzt denkt, Indien und die vielen Yogastunden würden mir langsam zu Kopf steigen, dem muss ich an dieser Stelle sagen: Genau so ist es. Auf jeden Fall merke ich, dass dieses Land mein Herz immer mehr öffnet, da ist dann eben auch mehr Platz für Kuhliebe.


In Indien sind Kühe heilig. Und sie sind überall, schlendern die Straßen entlang, trinken am Ganges, werfen auch gern mal einen Blick in einen der Shops am Straßenrand und genießen ihre Freiheit. Die Gurus geben ihnen Bindis zwischen die Augen, die Menschen streicheln und füttern sie. Anfangs fand ich das interessant, exotisch halt, und habe das eher von außen beobachtet. Doch mit der Zeit habe ich auch angefangen die Kühe, Bullen und Kälber zu streicheln, mal eine Möhre vom Frühstück mitzunehmen oder sie mit meiner Wasserflasche zu erfrischen. Gestern hat sich ein ausgewachsener Bulle zu unserer Morgen-Meditation dazugesellt und sich erstmal ausgiebig die Ohren kraulen lassen.  Der Bulle ist immerhin Lord Shivas Reittier und treuer Gefolge. Wir dürfen uns also geehrt fühlen.

 Ich bin seit vielen, vielen Jahren Vegetarierin und seit fast einem Jahr lebe ich vegan, auf Reisen zumindest so vegan wie möglich. Und mittlerweile bin ich überzeugt, dass kaum ein mitfühlender Mensch, der einmal etwas Zeit mit Kühestreicheln verbracht hat, noch in der Lage wäre, sich am nächsten Morgen Kalbsleberwurst aufs Brötchen zu schmieren. So feine und zarte Wesen, so warme Augen, so schöne Seelen. Und deshalb bitte ich euch: Streichelt Kühe und fragt euch, ob es richtig ist, sie zu schlachten und zu essen. Und wenn ihr schon mal dabei seid, streichelt doch auch gleich noch ein paar Schweine und Hühner und was immer das Landleben so an Artenvielfalt zu bieten hat.

Ich möchte niemandem ins Gewissen reden. Ich glaube lediglich, dass wir verdammt gut im Verdrängen sind, insgeheim aber ja genau wissen, wie das Schnitzel eigentlich auf den Teller kommt. Und weil das so ist, glaube ich auch, dass wir alle ein bisschen glücklicher sein könnten, wenn wir Lebensmittel essen, für die kein Tier gequält und geschlachtet werden muss, denn dann müssen wir auch nichts mehr verdrängen und können viel mehr genießen.

Unser Ashram-Essen ist vegetarisch (ohne Ei) und viele hier haben vorher Fleisch gegessen. Keiner von ihnen möchte das Zuhause wieder anfangen. Wieder Kaffee trinken – okay. Wieder ab und zu rauchen oder ein Glas Wein trinken – vielleicht. Aber Fleisch, Fleisch will hier keiner mehr essen.

Also, probiert es doch einfach mal aus, schmiert euch Marmelade aufs Frühstücksbrötchen und macht damit die Welt ein kleines bisschen besser.

Do good because you can. Life is good!

Comments ( 6 )

  • Kiwi says:

    Katti, dein Blog ist so toll, ich schaue fast täglich, ob es News gibt! 🙂 Sowohl die Fotos als auch Dein Schreibstil machen Spass. Weil ich Dich nicht an Deine Arbeit erinnern möchte, have ich bisher nie was geschrieben. Aber für diesen Blogeintrag feier ich Dich besonders 🙂 Du weisst ja warum.

    Btw ich liebe Kühe und kann Kühe streicheln auch nur dringend weiter empfehlen ;)!

    Liebe Grüße,
    Viktoria

    • Ka says:

      Dankeschön, das freut mich sehr! An die Arbeit denke ich überhaupt nicht, das ist ganz weit weg. Aber an euch liebe Kollegen denke ich oft. Hab ein schönes, veganes und glückliches Wochenende. 🙂

  • Yogilanie says:

    Ein toller Beitrag, danke!

  • Steffi says:

    Daumen hoch :))

  • Corinna says:

    Ein schöner Artikel 🙂

    ….was allerdings den Wein angeht, da rechnen wir spätestens im November wieder fest mit Dir 😉

    • Ka says:

      Haha! 🙂 Mal sehen. Ich glaube aber, dass ein guter Wein zusammen mit meinen lieben Yoga-Nomaden auf dem Weg zur Erleuchtung eigentlich nur zuträglich sein kann. Ich freue mich schon auf euch!

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