Blog


Swami liebt dich


Die Yogalehrer Ausbildung beginnt. 60 Yogis aus aller Welt sitzen aufgeregt auf ihren Meditationskissen im großen Yoga Saal und bestaunen unseren Swami Sudhiranand bei der Durchführung des traditionellen Feuerrituals. Ganz schön erleuchtet sieht er aus. Nehme mir vor ihn bei Gelegenheit zu fragen, wie er das hinbekommen hat. Vielleicht sollte ich mir auch so ein oranges Gewand zulegen (kann man hier überall kaufen). Das steigert zumindest den optischen Erleuchtungswert ungemein. Kann ja nicht schaden.

Ich beobachte aus dem Augenwinkel, wie jemand in der Reihe vor mir seine Beine aus dem Schneidersitz entknotet und sich bequem hinsetzt. Das bleibt nicht unbemerkt. Kurze Zeit später sitzt kaum noch jemand in anständiger Meditationshaltung. Ich beginne die Gruppe zu mögen. Denn so ein Feuerritual dauert. Es werden endlos Mantren gesungen, Glöckchen geklingelt und permanent verschiedenste Substanzen ins Feuer geschüttet. Das Ganze findet wohlgemerkt bei über 30 Grad Außentemperatur statt. Dem Swami läuft der Schweiß übers Gesicht. Schnell werden von der Seite rosa Papierservietten gereicht. Der Swami muss selbst ein bisschen lachen. Während des Rituals bekommt jeder einen Blumenkranz umgehängt, ein Bändchen umgebunden und ein Stück Marzipan in den Mund geschoben. Ich bezweifele, dass Letzteres traditioneller Bestandteil des Rituals ist, schmeckt aber gut. Dann dürfen wir alle auch noch ein paar Körner ins Feuer werfen. Mittlerweile ist der Raum komplett verqualmt und auf gefühlt 50 Grad erhitzt. Man erklärt uns, dass das Feuerritual bei indischen Hochzeiten sieben Mal hintereinander durchgeführt wird. Hoffe insgeheim, nie zu einer indischen Hochzeit eingeladen zu werden. Der Swami sagt, er liebt uns. Hach, das geht runter wie Öl. Da muss man ihn direkt auch zurück lieb haben, den Swami.

Wir bekommen Bücher, einen Stundenplan, Reinigungsutensilien für den Körper, auf deren Anwendung ich an dieser Stelle lieber nicht näher eingehe, und einen Regenschirm. Da denkt der Inder ganz praktisch – ist ja schließlich Monsun. Dann starten wir auch direkt voll durch.

Meine Gruppe für die 300 Stunden Ausbildung ist klein, wir sind zu siebt und kommen aus Brasilien, Mexico, den USA, Frankreich, Deutschland und Indien. Und in den nächsten Wochen werden wir täglich von 05:30 – 20:30 Uhr in drei gemeinsamen Yogastunden schwitzen, zusammen Anatomie lernen, Philosophie studieren, Körper und Geist reinigen, meditieren, ayurvedisch-sattvisch essen … und vor allem sehr viel Spaß haben. Dessen bin ich mir sicher. Obendrein habe ich in einer ayurvedischen Apotheke Pillen bekommen, die quasi eine Spontanheilung meines angeschlagenen Verdauungssystems bewirkt haben. Auch mein Körper spielt also wieder voll mit.

Verdammt, wie ist das Leben schön!

P.S. Es gibt mehr Fotos, WordPress spielt aber heute ein bisschen verrückt und der Upload ist nicht möglich. Wird bei nächster Gelegenheit nachgeholt. 

Comments ( 3 )

Leave A Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *