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Delhi Belly in Rishikesh

Während der ersten zwei Tage in Indien glaubte ich noch ganz im Ernst an die Möglichkeit vom berühmt-berüchtigten Delhi Belly verschont zu bleiben, einer heftigen Magen-Darm Infektion, meist ausgelöst durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, die sich so ziemlich jeder Indien-Reisende, und sei er noch so vorsichtig, früher oder später einfängt. Schließlich hatte ich es ja auch ohne Magenprobleme durch Zentralamerika und Südostasien geschafft und das, obwohl ich meist Leitungswasser getrunken habe und auch keine ausgeprägte Paranoia gegenüber Salat, aufgeschnittenen Früchten und Eiswürfeln entwickelt hatte.

Meine Reisefreunde, die den Delhi Belly allesamt schon überstanden hatten, ließen mir meinen Optimismus, hatten aber dieses wissend-mitleidige Lächeln, das mich hätte misstrauisch machen müssen. Und natürlich hat es mich einen Tag nach diesem Gespräch auch voll erwischt und für zwei Tage komplett ausgeschaltet. Noch nie in meinem Leben habe ich mich so krank und allein gefühlt. Und wer mich kennt weiß, dass ich weder sehr wehleidig noch besonders schmerzempfindlich bin. Doch so ganz langsam kehren die Lebensgeister zurück, ich kann eine Scheibe trockenes Brot essen und für ein paar Minuten gehen und aufrecht sitzen.

Während es mir so elend ging, hatte ich zum ersten Mal während der Reise den Wunsch Zuhause zu sein, nur für ein paar Stunden, für eine Dusche, ein Nickerchen in meinem schönen, sauberen Bett, einen Tee, … Aber so schnell lasse ich mich nicht kleinkriegen. Denn jetzt, wo es mit mir wieder bergauf geht, ist auch das Gefühl zurück, dass ich hier richtig bin, hier sein sollte. Da lasse ich mich bestimmt nicht von ein bisschen Dreck und Magen-Darm vertreiben. Ganz im Gegenteil: jetzt erst Recht! Ich habe noch 1,5 Tage, um mich zu erholen, dann fängt die Yogalehrerausbildung an. Bis dahin bin ich wieder top fit und voller Tatendrang. Und in der Zwischenzeit schaffe ich es vielleicht auch, endlich mal ein paar Fotos zu machen.

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