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Halbzeit in Malaysia

 Kaum zu glauben. Ich bin schon drei Monate unterwegs. Es ist also Halbzeit. Mittlerweile bin ich wohl, was man in Backpacker Fachkreisen einen Experienced Traveler nennt – so richtig warmgelaufen halt. Aufgeschlossen, abgebrüht, unerschrocken und kaum aus der Ruhe zu bringen. Und ich bin in Malaysia.

Anfangs hatten wir ein paar Anlaufschwierigkeiten, Malaysia und ich. Der Kulturen-, Nationen- und Religionsmix ist vergleichbar mit Singapur. In einem Dritte Welt Land wie Malaysia, in dem kaum jemand Englisch spricht, kann einen diese Vielfalt allerdings erstmal ein bisschen überfordern. Und es ist heiß! Heißer als irgendwo sonst. Als ich heute Morgen mein dank Klimaanlage 23 Grad kühles Zimmer verließ, beschlugen meine Brillengläser. Fortbewegung ist eigentlich nur in den Abendstunden möglich und auch dann nur in Zeitlupentempo.

 Mein Hostel in Melakka, welches der Lonely Planet sehr wohlwollend als „tadellos“ bezeichnet, wies noch Spuren der letzten Bettwanzenbekämpfung auf. Wenn man es positiv formulieren möchte, könnte man von shabby chic sprechen, ich würde es allerdings eher als heruntergekommene Bruchbude beschreiben. Da ich mein Dorm aber mit zwei sehr netten Backpackern aus UK und Holland geteilt habe, war das Gesamterlebnis Melakka rückblickend doch schön und eben speziell.


Auf dem Food Market haben wir uns todesmutig der stinkenden Durian Frucht gestellt. Ein derart exotisches Geschmackserlebnis, das ich bis heute nicht sagen kann, ob die Frucht nun vorzüglich oder wiederwärtig schmeckt. Da man in den ersten Sekunden erstmal den Brechreiz bekämpfen muss, bevor sich dann der süße Geschmack durchsetzt, wird auch empfohlen, sich das Ding ohne abzubeißen komplett in den Mund zu schieben.


In Melakka habe ich auch von einem Wahrsager erfahren, dass 2015 ein glückliches Jahr für mich wird (wer hätte das gedacht) und dass ich kein Kinder-Yoga unterrichten soll, denn: „Children your head make crazy.“

Diese qualifizierte Zukunftsprognose im Gepäck habe ich mich dann Richtung Georgetown auf Penang Island aufgemacht – bislang einer der schönsten Orte auf meiner Reise.  Es ist chaotisch, aber das Chaos scheint einer gewissen Ordnung zu folgen. Es ist an der einen Ecke laut und wuselig und eine Straße weiter leise und andächtig. Hier steht ein buddhistischer Tempel neben einer Mochee, die neben einer Kirche steht. Der Geruch von Räucherstäbchen liegt in der Luft. Sobald die Sonne untergeht füllt sich Little India mit Essensständen, an denen man sich für Centbeträge einmal quer durch alle Nationen futtern kann. Danach relaxed man in einer der Reaggae Bars. Mein wunderschönes Hostel liegt in einer ruhigen Seitenstraße mit dem klangvollen Namen Love Lane. Georgetown ist für mich der perfekte Mix aus Tradition und Moderne.

  Und überall findet man in den kleinen Gassen Little Indias versteckt Street Art und Wandbilder.

    Erleuchtet bin ich zwar noch nicht, dafür aber kugelrund vom Street Food und glücklich. Morgen reise ich weiter nach Thailand. Ich freue mich und bin gespannt, aber Malaysia hat die Messlatte definitiv sehr hoch gelegt.

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