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New moon island hopping und die fünf Elemente

Nach drei Tagen Robinson Crusoe Feeling auf Bantayan ging es zurück nach Cebu City. Und ich weiß nicht, ob ich einfach einen Ausgleich zu den menschenleeren Stränden und der Abgeschiedenheit Bantayans brauchte oder ob ich mich absurder Weise tatsächlich ein bisschen in Cebu verliebt habe. Der Verkehr ist höllisch, es ist laut, chaotisch, arm, reich, dreckig und völlig verrückt. Aber als ich am Abend von meinem Hotelbalkon im 33. Stock über die Lichter der Stadt geblickt habe, wusste ich, dass ich wiederkommen werde. Manchmal weiß man sowas ja einfach.

Überhaupt hat der Neumond, mit dem ich in mein neues Lebensjahr gestartet bin, wieder neue Seiten an mir zum Vorschein gebracht. Vor der Reise war ich am liebsten allein, in völliger Ruhe auf dem Sofa, der Yogamatte oder in der Natur. Neue Menschen kennenzulernen fand ich ganz schön anstrengend und fast ein bisschen furchteinflößend. Und jetzt suche ich Kontakt. Jeder, der nicht bei Drei auf den Bäumen ist, wird von mir hemmungslos angequatscht. Damit kommt man natürlich bei den Philippinos super an, denn das ist eigentlich deren Job. 


Nächster Stopp war dann Camiguin, die bislang schönste Insel für mich. Und wie immer, wenn es mir irgendwo besonders gut gefällt, sind es, glaube ich, in erster Linie die Menschen, mit denen man diesen Ort teilt, die den kleinen aber feinen Unterschied machen. So auch diesmal. Tanja, unerschrocken-weltreisende Taucherin aus der Schweiz und Vanni, Ex-Bänker und Sommelier aus Italien, der sich die Philippinen hoffentlich nicht wegen der kulinarischen Genüsse und erlesenen Weine als erste Etappe seiner Weltreise ausgesucht hat.

 Mit dem Motorrad ging es einmal um die Insel, zum Schnorcheln mit Riesenmuscheln, zu verborgenen Wasserfällen, zu heißen und kalten Quellen und einem versunkenen Friedhof, während Tanja Camiguins Unterwasserwelt beim Tauchen erkundet hat. Ein bisschen haben wir uns gefühlt wie Superstars, wenn die Kinder winkend und lachend neben unserem Motorrad herliefen und wir dazu wie wild gehupt haben.

Aber in Camiguin gab es nicht nur tolle Landschaft und wundervolle Reisefreunde, sondern auch noch eine phantastische Unterkunft mit tollen Gastgebern, Arno und Kaisa, eine riesige Yoga-Terrasse mit Hängematten und Meerblick und die charmantesten Angestellten überhaupt. Und nach vielen schönen Momenten an der Bar wurde dann aus Tanja, Vanni und Katti kurzerhand die philippinische Version unsererselbst: Tantan, Vanvan und Katkat. Wir sind jetzt quasi offiziell eingebürgert. Salamat, Camiguin! Wir wissen das zu schätzen.
  Am letzten Tag hatte ich noch zwei sehr inspirierende Yogastunden mit Kaisa, eine davon am Strand bei Sonnenuntergang. Wir haben uns mit den fünf Elementen verbunden. Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Ja, das klingt übel esoterisch und abgehoben, weiß ich. Ich glaube aber, dass hat den Abschied leichter gemacht. Denn wenn man sich daran erinnert, dass man Teil von allem und mit allem verbunden ist, dann kann von Abschied ja eigentlich gar keine Rede sein. Und genauso, wie ich spüre, dass ich eines Tages nach Cebu City zurückkehren werde, weiß ich auch ganz sicher, dass ich Tanja und Vanni wiedersehen werde, sei es in Malaysia, Thailand, der Schweiz, Italien, Deutschland oder sonst irgendeinem entlegenen Winkel der Welt. Denn wir sind jetzt „Kollegen“, wie man in der Schweiz sagen würde. Außerdem würde Kaisa sich freuen, wenn ich nächstes Jahr als Yogalehrerin zurück zum Action Gecko Resort komme. sie hatte gerade vor kurzem eine Yogalehrerin beim Universum bestellt und plötzlich stehe ich vor der Tür. Zufall? 

Und die Erleuchtung? Na wenn das keine Erleuchtung ist, dass man vor Menschen keine Angst haben muss und Abschiede eigentlich nur in unserem Kopf existieren, dann weiß ich auch nicht. Ich bin jedenfalls mehr als zufrieden mit dem aktuellen Erleuchtungslevel. Also rolle ich die Yogamatte ein und ziehe weiter nach Palawan. Man darf gespannt sein, wer oder was mich dort erwartet. Ich bin es zumindest.

  

 

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