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Oh, wie schön ist Panama!

  … und es riecht tatsächlich von oben bis unten nach Bananen.

In Sámara, Costa Rica dachte ich ja eigentlich schon, dass es besser gar nicht werden könnte. Aber was soll ich sagen: Kaum habe ich die Grenze zu Panama überquert – eine rostige, morsche und angsteinflößende Brückenkonstruktion, die ihre besten Jahre definitiv hinter sich hat – bin ich total verliebt in Panama.

Der Himmel ist blau, der Dschungel ist grün, die Häuser sind in allen Regenbogenfarben gestrichen, es ist friedlich, verrückt, laut und leise … und überall Bananen, Bananen, Bananen.

Ich wohne in einem kleinen Hostel direkt am karibischen Meer in Bocas Del Toro. Das Haus ist auf Stelzen gebaut und unter meinem Zimmer höre ich nachts die Wellen. Von unserer Terrasse schauen wir aufs Meer, während wir sehr backpacker-mäßig Nudeln mit Bohnen futtern. Für einen Dollar kann man mit dem Taxiboot zwischen den vielen Inseln hin und her cruisen und dann tauchen, schnorcheln, surfen, seegeln, Seesterne streicheln und Delfine beobachten.

 Ein wenig komisch sind allerdings die Einwohner hier. Aber na ja, erst kam Kolumbus, dann kamen die Piraten und dann die Spanier. Und dann hat sich die Bananenindustrie breit gemacht. Irgendwann hat sich auch noch ein Haufen Chinesen unters Volk gemischt und eine Handvoll Jamaicaner. Und für die Ureinwohner war auf einmal kaum noch Platz. Jetzt kommen plötzlich die Touristen und irgendwie sind damit alle noch ein bisschen überfordert, was der Insel allerdings auch einen gewissen schrulligen Charme verleiht. Aber angesichts der Schönheit dieser Inselgruppe ist mir auch relativ schnuppe, ob die chinesische Supermarktverkäuferin nun ihr freundlichstes Lächeln aufsetzt oder der Rastafari-Kellner mir versucht weißzumachen, er hätte keine Bananen für einen Bananen-Smoothie (während auf auf einer überdimensionierten Schiefertafel flambierte Bananen als Tagesdessert angepriesen werden). 

 Im Hostel habe ich auf jeden Fall wieder sehr nette Menschen getroffen. João und Marcel, zwei Brasilianer, die ihre Jobs gekündigt haben und jetzt erstmal auf Weltreise sind, um sich zu überlegen, wie es weitergehen soll. Angesichts ihrer grandiosen Kochkünste sehe ich sie ja ein kleines Restaurant eröffnen, aber wer weiß …

 Heute sind die beiden weitergereist und ich bin ein bisschen traurig. Denn Reisefreundschaften sind seltsam. Man kennt sich kaum, verbringt vielleicht nur ein paar Tage miteinander und trotzdem fällt es immer schwer Abschied zu nehmen. Wahrscheinlich weil man sich verbunden fühlt durch das Fernweh, die Reiselust, die Suche nach dem Sinn des Lebens, die Abenteuerlust, …

Ich merke jetzt auch, dass es mich wieder weiterzieht. Und bislang hat sich ja gezeigt, dass es eigentlich immer noch schöner wird und dass nach jedem Abschied immer eine neue und inspirierende Begegnung auf einen wartet. Kein Grund also das Unbekannte zu fürchten. Also auf nach Südostasien! 

Am Samstag geht mein Flieger nach Manila und ich bin ein bisschen nervös – aber im positiven Sinne. Mein großer Plan für die Philippinen: ein Tauchgang mit Walhaien. Dazu muss man sagen, dass ich sowohl Angst vorm Tauchen als auch vor Fischen habe – auch vor ganz kleinen. Aber Ängste sind dazu da überwunden zu werden, vor allem die wirklich bescheuerten. Hallo?! Fische! Was für eine unnütze Angst. Völlige  Energieverschwendung, wenn ihr mich fragt. Und immerhin kann ich mich mittlerweile ohne Panikattacken in der Dunkelheit bewegen, fahre Boot, ohne dass sich Todesangst einstellt und lege mich mit costaricanischen Taxifahrern an UND gewinne die Diskussion. Wäre ja wohl gelacht wenn ich es da nicht mit so einem kleinen Walhaichen aufnehmen könnte.  Die sollten mal lieber Angst vor mir haben! Jawoll! Und jetzt, da ich den Mund so voll genommen habe, führt ja auch kein Weg mehr dran vorbei. Gute Strategie eigentlich. Also seid gespannt auf die nächsten Beiträge von den Philippinen. 

 

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