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Pura Vida – die neue Langsamkeit

Das hat mich doch sehr zum Schmunzeln gebracht. Kaum akzeptiere ich die kreischenden Neon-Amis in Costa Rica als Teil meiner Erleuchtungsmission und höre auf zu schmollen, schickt das Universum mir die tollsten Reisefreunde und die nächste Erleuchtung. 

Schon auf der Fähre von Puntarenas nach Paquera treffe ich Andreas und zwei sehr nette indische Kanadier, deren Namen leider zu kompliziert waren, als dass ich sie mir jemals merken könnte. Und angekommen im Hippiedorf Montezuma wohne ich dann mit Daniel, Isabel und Antonia im schönsten Hostel.

Es gab so viel zu erzählen, dass ich meinen Aufenthalt nach Befragung des Internet-Orakels, vertreten durch Isabel, noch kurzerhand um eine Nacht verlängert habe. Und vielleicht war es die Hitze, der Zauber des Ortes, die tollen Gespräche, die giftigen Dämpfe des Moskitosprays, die brüllenden Affen oder alles zusammen. Aber plötzlich verstand ich es, Costa Ricas Lebensgefühl: Pura Vida!

Bislang war ich in Gedanken immer schon mindestens einen Tag voraus. Habe meine Weiterreise geplant oder die nächste Aktivität. Irgendwas muss man ja machen, weil … sonst macht man ja nichts. Geht ja nicht! Länger als drei Tage bin ich nirgends geblieben.

Die neue Pura Vida Langsamkeit begann dann mit einem kühnen, ja geradezu verwegenen Plan von Isabel während wir alle auf den Sesseln im Dschungelschatten faulenzten. „Hier bleiben wir jetzt, bis nichts mehr zu Essen im Kühlschrank ist.“ Gesagt getan. Abgesehen von gelegentlichen Umlagerungen, um sich nicht wundzuliegen oder um einen Mückenstich zu kratzen, taten wir nicht viel mehr als einfach zu sein.  Herrlich!

 Okay, einmal mussten wir dann einkaufen. Und einmal waren wir bei den Wasserfällen, denn die muss man schon irgendwie gesehen haben. Darüber hinaus haben wir über das Leben und die Liebe nachgedacht, das Thema dann aber angsichts seiner anstrengenden Komplexität doch lieber auf ein andermal verschoben und stattdessen eine Flasche Wein geöffnet.

  Trotz der vielen schönen Stunden hier habe ich mich dann auch auf die Weiterreise nach Sámara gefreut. Da die Nicoya-Halbinsel größtenteils nur mit Allrad-Jeeps befahrbar ist, kommt man hier gar nicht so einfach hin. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und ich bin froh, dass ich ihn auf mich genommen habe. Sámara ist der Ort, der mir bislang von allen am besten gefällt. Der Strand, die Menschen, die Atmosphäre … so habe ich mir Costa Rica vorgestellt. Pura Vida eben.

   Hier bin ich sogar fünf Tage geblieben. Habe am Strand gelegen, mit den Voluntären Eefje und Adriana im Hotel gekocht und gequatscht, habe Smoothies getrunken und Papaya gegessen und sehr, sehr viel in der Hängematte gelegen. Ich und die Langsamkeit, wir sind jetzt richtig gute Freunde geworden.

 Morgen verlasse ich dieses kleine Paradies in Costa Rica und reise über San José weiter nach Panama. Denn:

„Panama“, sagte der kleine Bär, „ist unser Traumland, denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen. Nicht wahr, Tiger?“ (Janosch: Oh, wie schön ist Panama)

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