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Dieser Weg wird kein leichter sein

… dieser Weg wird steinig und schwer.

Was Xavier Naidoo bereits vor einiger Zeit medienwirksam festgestellt hat, erfahre ich nun auch so langsam. Der Weg zur Erleuchtung ist natürlich kein gut beschilderter Trampelpfad, auf dem man einfach anderen folgt und dabei schon irgendwie sicher ans Ziel kommt. Vielmehr ist da gar kein Weg. Und die Beschilderung? Wenn überhaupt vorhanden, völlig verwirrend.  Seit einer Woche übe ich täglich mindestens vier Stunden Yoga. In der verbleibenden Zeit studieren wir Yoga-Philosophie und lesen die dazugehörigen wichtigsten Schriften. Theoretisch weiß ich jetzt, wonach ich überhaupt suche, wenn ich von Erleuchtung spreche. Jetzt muss ich nur noch begreifen, dass meine wahre Natur Liebe ist und ich nicht mein Ego, sondern eins mit dem Universum, dem wahren und unendlichen Bewusstsein, bin. Damit das Ganze nicht zu langweilig wird, haben die Vertreter der verschiedenen philosophischen Ansätze sich noch unterschiedlichste Wertesysteme, Verhaltensregeln und Herangehensweisen überlegt. Und wenn man sich doch mal aus Versehen in einem Aspekt einig war, hat man wenigstens noch unterschiedliche Begrifflichkeiten dafür entwickelt. Ach so, und das alles natürlich in Sanskrit. 

Die Beschäftigung mit diesen Themen wirft dann die ein oder andere klitzekleine existenzielle Frage auf. Zum Beispiel:

Wer bin ich? Warum bin ich hier? Und jetzt, wo ich schon mal hier bin, was soll ich tun?

Man kombiniere die neugewonnene Ahnungslosigkeit mit körperlicher Anstrengung in extremer Hitze und dem Abhandensein von Rückzugsmöglichkeiten und erhalte eine waschechte Sinnkrise. Na super! Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Zwischen meiner Sinnkrise und diesen Zeilen liegen allerdings mittlerweile ein paar Tränchen, ein langes Gespräch mit meiner lieben Zimmergenossin, ein Bad im Meer und ein stärkendes Abendessen. Vor mir liegen eine erholsame Nacht, ein neuer Tag mit neuer Energie und wenigstens eine kleine „Zwischenerleuchtung“. Denn so frustriert und niedergeschlagen ich heute auch war, ich weiß jetzt ganz sicher, dass ich den Weg weitergehen will. Klar, steinig ist er und schwer und vielleicht bin ich noch Lichtjahre vom Ziel entfernt. Aber die kleinen Aussichtspunkte zwischendurch und alles, was einem auf dieser Wanderung begegnet, machen Lust auf mehr … und vor allem ganz viel Hoffnung.

 

 

 

Comments ( 1 )

  • nomind123 says:

    Doch erst in innerer Stille, jenseits der Gedanken, eröffnet sich die Wahrheit. Niemand mehr da mit Ambitionen, der etwas erreichen will. Es ist keine Mühe notwendig zu sein, was man bereits ist. Das einzige was als Illusion enttarnt werden muss, sind das eigene Selbstbild, Vorstellungen und Gedanken von einem Konzept mit dem Namen Erleuchtung.:-)

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