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Zuversicht

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gut das Schicksal doch für uns sorgt. Gestern zum Beispiel hat es mich zugegebenermaßen doch ein wenig Überwindung gekostet zum Yoga zu fahren. Das lag nicht zuletzt  daran, dass ich der plötzlich herrschenden Windstille nach Orkantief Niklas nicht so ganz über den Weg trauen wollte. Der Sturm hat in den letzten Tagen alles verweht und verwüstet, was nicht niet- und nagelfest war. Mich erwischte es ein Mal ganz klassisch auf dem Fahrrad und ein zweites Mal zuhause auf dem eigentlich sicheren Sofa, als Niklas plötzlich nicht mehr nur an den Baumwipfeln und Hausdächern zerrte, sondern es plötzlich auch auf meine Zuversicht und meinem Optimismus abgesehen hatte.

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Auslöser war das Erstellen einer Liste mit Notfall-Telefonnummern für die Reise. Kreditkarte sperren, Krankheitsfall, Reiseabbruch, … Ich neige dazu, mir Dinge sehr phantasievoll bildlich vorzustellen und sah mich plötzlich allein auf Reisen mit schlecht verarztetem Hinkebein, meiner Kreditkarten und meines Reisepasses beraubt und verzweifelt auf der Suche nach einem Weg zurück in die sichere Heimat. Und da war sie plötzlich wieder. Die leise aber aufdringliche Idee in meinem Kopf, dass ich vielleicht gar nicht schlau genug, abgebrüht genug, stark genug für so ein Vorhaben bin. Klar, ANDERE, die können sowas. Aber ich kleines Würstchen?

Den ganzen gestrigen Tag begleitete mich dieses ungute Gefühl, dass die mir bevorstehende Reise nicht nur das Potenzial birgt, die schönste Zeit meines Lebens zu werden, sondern durchaus auch der Horrortrip schlechthin. Auweia. Alles vielleicht eine Nummer zu groß für mich?

Als mein Gedankenkarussell  gerade so richtig schön in Bewegung gekommen war, verpasste mir das Schicksal einen ordentlichen Tritt in den Hintern und beförderte mich trotz düsterer Wolken am Himmel und in meinem Kopf doch noch in die Yogaschule. Tja, und drei Mal dürft ihr raten, unter welchem Thema die gestrige Anusara-Yogastunde stand. Genau! Es ging um Zuversicht und Selbstvertrauen. Darum, Neues einfach unbefangen und unvoreingenommen auszuprobieren und erstaunt zu sein, was am Ende alles möglich ist und wozu wir in der Lage sind. Uns nicht zu drücken, sondern mutig zu sein, denn was kann schon schief gehen? Perfektion ist schließlich was für Langweiler.

Was für ein wunderbarer Energieschub. Danke, liebes Schicksal, für den Tritt in den Hintern. Und danke, liebe Steff, für diese tolle Yogastunde. Ich bin bereit für alles, was da kommen mag. Don’t panic!

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“ (Demokrit)

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