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Mit dem Fernweh ist das so eine Sache …

camping

Ich bin schon immer gern gereist. Die schönsten Erinnerungen an meine Kindheit sind die wochenlangen Reisen in einem alten Camper nach Griechenland und die Kanu-Ausflüge mit meinem Opa und meinem Bruder. Später kamen dann die ersten Fernreisen nach Brasilien, China und Mexiko. Aber auch die letzten Campingurlaube mit dem VW-Bulli in Schweden, Norwegen und Frankreich waren etwas ganz besonderes. Fernweh war schon immer da und ist immer da. Mal ist es stärker, mal eher unterschwellig. Woher es tatsächlich kommt, kann ich nur vermuten. Ist man auf Reisen, passieren einem die sonderbarsten Dinge, man trifft die wunderbarsten Menschen, entdeckt paradiesische Orte, erlebt Abenteuer, ist mutig und frei und verrückt. Bestimmt ist das alles eigentlich auch im Alltag möglich. Meist sind wir aber so abgelenkt durch unsere vermeintlichen Verpflichtungen, dass wir all die kleinen Alltagsabenteuer und -wunder schlichtweg übersehen. Und dann macht sie sich breit, die Langeweile, und gesellt sich zu dem Gefühl, dass das Leben einfach nur so an uns vorbeizieht. Das ist natürlich eine sehr passive Formulierung, denn tatsächlich liegt es ja an uns, ob wir das Leben ans uns vorbeiziehen lassen oder es mit schönen Dingen füllen. Für mich ist Yoga ein Weg, um die Schönheit des Moments wiederzuerkennen und genießen zu können – und das unabhängig von Ort, Zeit und dem ganzen Drumherum. Fernweh, glaube ich, spüren wir vor allem dann, wenn wir mal wieder zu beschäftigt sind, um ums die Zeit zu nehmen, den Moment, das hier und jetzt, zu würdigen.

Natürlich ist es ungemein schwieriger, sich über den schönen Abendhimmel, das Vogelgezwitscher oder die Ruhe ganz früh morgens, bevor die Stadt zu leben beginnt, zu freuen, wenn man gleichzeitig arbeiten muss, man Projektpläne im Kopf hat, einem einfällt, das man dringend mal wieder die Oma anrufen müsste und die letzte Jogging-Einheit auch schon wieder Wochen zurückliegt. Sind wir auf Reisen, gönnen wir uns die Freiheit, all diese Gedanken für eine gewisse Zeit ziehen zu lassen. Sind wir wieder Zuhause, gönnen wir uns diese Freiheit blöderweise meist nicht. Blöd. Dabei ist es ja eigentlich gar nicht so kompliziert. Dem einen hilft vielleicht eine kleine Meditation, dem anderen Yoga oder ein kurzer Spaziergang, bei dem man einfach mal kurz aber bewusst abschaltet.

Soviel zur Theorie. Angesichts meines Reisevorhabens, das natürlich auch in erster Linie aus Fernweh heraus entstanden ist, scheine ich selbst das mit dem Moment und dem Alltag und dem Gedankenziehenlassen trotz regelmäßiger Yogapraxis ja auch nicht ganz so toll hinzubekommen. Sofern ich die Erleuchtung während der nächsten sechs Monate finde, hoffe ich, dass sie ein paar praktikablere Ratschläge für dieses Problem bereithält. Mal abwarten. Bis dahin nehme ich das Fernweh einfach an und genieße es.

Für alle, die, aus welchem Grund auch immer, ihr Fernweh mal wieder richtig anheizen wollen, hier ein paar Buchempfehlungen.

Helge Timmerberg: Shiva Moon

Helge Timmerberg: Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

Helge Timmerberg: In 80 Tagen um die Welt

Helge Timmerberg: African Queen

Helge Timmerberg: Tiger fressen keine Yogis

Karin Kaiser: Fettnäpfchenführer Indien: Be happy oder das no problem-Problem

Allan C. Weisbecker: Auf der Suche nach Captain Zero

Allan C. Weisbecker: Cosmic Banditos

Edgar Rai: Nächsten Sommer

Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

Timm Kruse: Roadtrip mit Guru:Wie ich auf der Suche nach Erleuchtung zum Chauffeur eines Gurus wurde

Viel Spaß mit eurem Fernweh!

 

 

 

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